Gartentipps

Januar

Bestimmt sind wir mit den besten Vorsätzen ins neue Jahr gegangen, auch was den Garten angeht. StaudenkatalogVielleicht wird es höchste Zeit, dass wir die Beetstaudenpflanzung im Frühjahr erneuern und alte, abgewirtschafteten Sorten durch bessere ersetzen. Jetzt haben wir noch die Ruhe, um mit Bleistift und Papier eine kleine Pflanzskizze anzufertigen. Vielleicht gibt es auch noch schattige Plätze in unserem Garten, die bisher ohne Pflanzen blieben, weil wir glaubten, dort könne bestimmt nichts wachsen. Die beste Möglichkeit, sich mit den Stauden vertraut zu machen, wäre erst einmal in einem gut bestückten Staudenkatalog, Rubrik Schattenstauden, zu blättern, um nachzulesen, welche hübschen Stauden es für diesen Bereich gibt. Wenn unsere Pflanzskizzen fertig sind, sollten wir gleich die Bestellung aufgeben, um rechtzeitig im Frühjahr planzen zu können.

Februar

Schnee deckt die Staudenplanzung zu, der Boden ist gefroren. Unser Garten schläft noch. Doch nur scheinbar, denn unter der Schneedecke regt sich bereits neues Leben. Wenn Ende Februar die Sonnenstrahlen kräftiger werden und der Schnee an der Südseite des Hauses schmilzt, dann sind sie im Nu da, die ersten Frühjahrsblüher: Winterlinge, Schneeglöckchen, Wildkrokus und auch schon die prächtigen großen Krokusse in ihren bunten Ostereierfarben. Auch die Schneeheide öffnet in geschützen Lagen ihre roten Blüten, und besonders schön sieht es aus, wenn dazwischen weiße Schneeglöckchen und lilafarbene Krokusse eingestreut sind. Zwei Monate später würden wir sie kaum noch beachten, diese Bescheidenen unter den Pflanzen. Jetzt aber freuen wir uns über jede Blüte. Während uns in den Frühjahrs- und Sommermonaten die Arbeit leicht zu viel wird, hätten wir jetzt bei den ersten warmen Sommenstrahlen so richtig Lust, die Hemdärmel hochzukrämpeln und etwas zu tun. Doch - lassen wir den Garten noch ein bißchen schlafen.

März

Wenn die ersten blauen Veilchen und zierlichen, rosafarbenen Primeln zu blühen anfangen, beginnt der Frühling und damit auch die Gartenarbeit. Soweit Winterschutz gegeben wurde, ist das Laub bzw. das Deckreisig zu entfernen. Beim tränenden Herz lassen wir das Deckmaterial aber in der Nähe liegen, damit es bei stärkerem Frost gleich wieder zur Hand ist. Für die im Austrieb ebenfalls frostempfindlichen Lilien stellen wir Blumentöpfe bereit und stülpen sie vor Frostnächten darüber. Für Pflanzenbestellungen wird es jetzt höchste Zeit, damit die Sendung noch rechtzeitig in unsere Hand kommt. Wenn wir im Herbst gepflanzt haben, sehen wir nach, ob nicht durch Frost verschiedene Pflanzen gehoben wurden. Solche hochgefrorenen Stauden sind anzudrücken, damit die Wurzeln wieder Verbindung mit der Erde bekommen. Soweit noch Unkraut vorhanden ist, wird es entfernt. Dabei lockern wir vorsichtig den Boden, damit die Blumenzwiebeln nicht beschädigt werden. Gräser schneiden wir bis auf den Boden zurück. Verschiedene Gräser, die über Winter nicht dürr werden, wie z. B. Blauschwingel, Bärenfellschwingel u.ä. werden lediglich ausgekämmt. Sobald die Blattspitzen der Tulpen und Narzissen einige Zentimeter aus dem Boden schauen, ist der günstigste Zeitpunkt für die Düngung gekommen. Besonders bei älteren Pflanzungen ist sie wichtig, damit die Zwiebeln gekräftigt werden und im kommenden Frühjahr wieder größere Blüten bringen. Je Quadratmeter streuen wir eine Handvoll eines blauen Volldüngers aus und hacken ihn oberflächlich ein. Dabei ist darauf zu achten, dass kein Dünger in die Blattachseln fällt. Wer Freude daran hat, Stauden-Jungpflanzen selbst heranzuziehen, soll an die Aussaat denken. Wenn der Frost aus dem Boden ist, kann die bei einigen Stauden empfohlene Vermehrung durch Wurzelschnittlinge vorgenommen werden. Das gleiche gilt für die leichteste Vermehrungsart, die Teilung. Wir teilen aber nicht nur, um zu vermehren. Bei älteren Pflanzen verschiedener Staudenarten ist dies nötig, damit Wuchsfreudigkeit und Blütenfülle erhalten bleiben. Bei trockenem Wetter kann auch bereits die Fläche für Neupflanzungen hergerichtet werden. 

April

Während im März das Blühen noch zaghaft war, wird es nun schon lebhafter. Unter goldgelben Forsythien schimmern die Blausternchen wie eine kleine Wasserfläche, und neben weißen Birkenstämmen leuchten Narzissen auf. Dazu gesellen sich Tulpen in allen Farben. Im lichten Schatten beginnt die zierliche Elfenblume zu blühen, das blaue Kaukasus- Vergissmeinicht und die gelbe Frühlingsmargerite oder Gemswurz, wie sie auch genannt wird. Und dann die frühlingshaften Pastelltöne der Primeln! Kaiserkronen heben majestätisch ihren Blütenschopf, und liebliche Schachbrettblumen fühlen sich unter einem Fliederstrauch sichtlich wohl! Besonders kräftige Farbtupfen leuchten uns zum Ende des Monats von der Trockenmauer entgegen: in Weiß die Gänsekresse, in Gelb das Steinkraut, Blaukissen und rosa, rote und lila Phloxpolster. An trockener Stelle fällt der gelbgrüne Kugelbusch der Wolfsmilch ins Auge. Im April können wir uns aber nicht nur über das Blühen freuen - und über so manchen Graupelschauer und klirrenden Nachtfrost ärgern, im April gibt es auch eine Menge zu tun. Staudenpflanzungen werden jetzt angelegt. Stehen im Garten Büsche von Sommer- oder Herbststauden, die im Blühen nachgelassen haben? Jetzt ist die beste Zeit um sie aus dem Boden zu nehmen, zu teilen und neu aufzupflanzen. Dabei kürzen wir die Wurzeln ein, damit sie beim Pflanzen nicht nach oben  umgebogen werden. Das restliche Deckmaterial nehmen wir nun weg. Sobald der Boden trocken ist, wird er flach gelockert - auf Blumenzwiebeln achten! - und dabei vorhandenes Unkraut entfernt. Die rechtzeitigen Unkrautbekämpfung ist sehr wichtig, um Blütenansatz und Samenbildung zu vermeiden. Außerdem: Warten wir hiermit zu lange, so wächst uns die Arbeit leicht weit über den Kopf und wir werden des Untrautes nicht mehr Herr. Wenn Dauerunkräuter wie Giersch, Sauerampfer, Löwenzahn, Diesteln u.a. sichtbar werden, so sind diese so tief wie möglich abzustechen. Haben sich solche hartnäckigen Unkräuter bereits im Wurzelstock von Stauden festgesetzt, so hilft nur noch die Pflanzen aus dem Boden nehmen, zu teilen, die Unkräuter sorgfältig auszulesen und die geteilten Stauden neu zu pflanzen. Beetstaudenpflanzungen decken wir nach einer oberflächlichen Lockerung des Bodens gut daumenstark mit halb verrottetem Kompost oder Torfersatzstoffen (mulchen) ab. Gleichzeitig geben wir organischen bzw. organisch-mineralischen Volldünger. Bei längerer Trockenheit wird gegossen. Zwischen die Wildstauden, wie wir sie vor alllem im schattigen Bereich und an warmen, trockenen Stellen gepflanzt haben, streuen wir ebenfalls Kompost, geben aber keinen mineralischen Dünger. Sie würden sich sonst zu üppig entwickeln und dabei ihre charakteristische Blattform und Farbe verlieren.

Mai

“Im wunderschönen Monat Mai...” macht uns die Witterung leide oft einen Strich durch die Vorstellung von einem “Wonnemonat”, denn es kann im Mai recht unfreundliche, kalte Tage geben. Die “Eisheiligen” fallen ja schließlich in die Mitte dieses Monats. Wenn aber die Sonne scheint, dann ist im Garten tatsächlich alles eitel Wonne. Viele der bereits im April genannten Staudenarten blühen auch im Mai weiter, vielfach erreichen sie erst ihren Höhepunkt. Außerdem kommen viele neue hinzu. Im Schatten blühen Waldanemonen, Maiglöckchen und Salomonssiegel; an der Trockenmauer sind es rosettenbildende Steinbrecharten und Polsternelken. Die Prachtstaudenrabatte beginnt allmählich ihrem Namen Ehre zu machen. Zusammen mit dem blauen Kaukasus-Vergissmeinicht blühen gelbe Frühlingsmargeriten und rote Darwintulpen. An anderer Stelle sind es die üppigen Goldkugeln der Trollblumen, die uns ins Auge fallen, dann Bauernpfingsrosen und Weiße Frühlingsmargeriten und schließlich an einem leicht schattigen Platz die rosafarbenen Blüten des Tränenden Herzens, zu denen zu gut das zarte Blau des Kaukasus- Vergissmeinichtes passt. Kommt dann noch ein blühender Apfelbaum hinzu, so ist das Frühlingbild vollkommen. Doch auch hinsichtlich der Arbeit ist der Mai ein recht gesegneter Monat: Bereits verblühte Stauden können jetzt geteilt und neu aufgepflanzt werden. Auch viele Sonnen- und Herbststauden, wie z.B. Astilben, Taglilien, Sommerphlox, Sonnenhut-Arten, Goldruten, Sonnenbraut, Herbstastern, Gartenchrysanthemen u.a. lassen sich noch gut umpflanzen. Wichtig ist dabei immer, dass wir die Pflanzen in kleine Teilstücke zerlegen. Nach dem kräftigen Angießen wird der Boden mit halb verrottetem Kompost oder Torf abgedeckt, um das Austrocknen zu vermeiden. Vor kalten Nächten schützen wir das Tränende Herz und Dahlien mit Deckreisig oder Folien. Wichtig ist auch der Schutz der empfindlichen Lilien. Am besten eignen sich hierzu Blumentöpfe, die unter Tags wieder abgenommen werden. In diesem Monat beginnt der Versand von Seerosen und anderen Wasserpflanzen. Wer es versäumt hat, kann noch rasch in einer Staudengärtnerei bestellen. Nach längerem Regen oder wiederholtem Gießen muss der Boden gelockert und von Unkraut gesäubert werden. Bei Trockenheit ist es besser, wenn wir lieber seltener, dafür aber durchdringend gießen. Sofern wir nicht bereits im März/April einen organischen Dünger gegeben haben, streuen wir bei Beetstauden je Quadratmeter eine Hand voll eines blauen Volldüngers aus oder düngen flüssig. Besser ist es die Menge auf zwei Gaben (Mai und Juni) zu verteilen, um eine Auswaschung von Stickstoff in den Untergrund (Grundwasser) zu vermeiden. Die Samenstände der verblühten Zwiebelpflanzen (Kaiserkronen, Tulpen, Narzissen) werden abgeschnitten, ebenso verwelktes Laub. Dadurch ersparen wir den Pflanzen eine unnötige Kraftvergeudung. Noch grüne Blätter müssen aber erhalten bleiben, denn sie erzeugen Baustoffe, die in die Zwiebeln abtransportiert werden. Zwiebelpflanzen dagegen, deren Aussaat erwünscht ist (wie z.B. Schneeglöckchen, Blausternchen u.a.), lassen wir in Ruhe.

Juni

Während im Schatten die zierlichen Astilben mit dem Blühen beginnen, freuen wir uns am Wasserbecken über die ersten Seerosen und eine fernöstliche Schönheit, die japanische Prachtiris. Mit schmalen, schwertförmigen Blättern und blauen Blüten ragt an anderer Stelle die Iris sibirica aus einem fachen Polster des gelb blühenden Pfennigkrauts heraus. Und dann erst das Prachtstaudenbeet! Hier werden bereits kräftige Töne angeschlagen. Die Edelpaeonien blühen in verschwenderischer Pracht, dazu kommen an anderer Stelle die leuchtkräftigen Kerzen der Lupinen, die weiße und bunte Frühlingsmargerite und der Türkische Mohn, der seine in der Knospe zerknitterten, seidigen Blütenblätter in der Sonne glättet und rot glühend leuchten lässt. Blaue Farftöne bringt der Feinstrahl ins Staudenbeet, bis dann Ende Juni die hohe Zeit der Rittersporne beginnt. Zusammen mit dem Weiß der Großen Sommermargerite, dem feurigen Rot der Brennenden Liebe, dem kräftigen Gelb von hohen Schafgarben, rosa oder orangeroten Taglilien, gelben Felberich und rosa, lachsfarbenen und tiefroten Bartnelken bietet sich unserem Auge eine unwahrscheinliche Farbenfülle dar. An trockenen Stellen blühen die Junkerlilie und die schlanken, hohen Steppenkerzen. Und für sich allein gestellt, nur umgeben von niedrigen Polsterstauden, können wir die orchideenhafte Iris bestaunen. Bei allem Schwärmene dürfen wir aber die Arbeit nicht vergessen. Bei Gewitterregen und starkem Wind fallen Lupinen und Rittersporne leicht um. Lupinen an ungeschützten Stellen werden durch kleine Stäbe gestützt. Zu freistehendem Rittersporn stecken wir vor die stärksten Blütentriebe an der windabgewandten Seite ebenfalls dünne Bambus- oder verzinkte Eisenstäbe; aber immer so, dass die Schönheit des Wuchses möglichst nicht gestört wird. Auf keinen Fall wollen wir alle Triebe zusammenraffen und mit einer Schnur an einen Pfahl binden. Das gilt auch für andere nicht genügend standfeste Stauden. Bei Lupinen schneiden wir sofort nach der Blüte die Samenstände heraus. Sie treiben dann aus den Blattachseln neue Blüten und verlängern so den Flor. Auch die verblühenden Teile des Mohns entfernen wir. An der Trockenmauer und entlang der Wege braucht sich das Blühen nach dem Abklingen der im Mai Ton angebenden Polsterstauden (Blaukissen, Steinkraut u.a.) keineswegs zu erschöpfen. Bei überlegter Bepflanzung setzen Sonnenröschen, Thymian, Karpatenglockenblume, blauer Lein, Hornkraut, Fetthennen u.a. das Blühen fort. Diese Arten können auch im Sommer gepflanzt werden, da sie von den Staudengärtnereien in Töpfen angeboten werden. Ende des Monats säen wir die Zweijahresblumen aus. Hierzu zählen Stiefmütterchen, Vergissmeinicht, Bellis, Goldlack, Bartnelken und Stockrosen. Um die gleiche Zeit werden auch Malven, Fingerhut, Akelei, Kokardenblume, Islandmohn und die herrlich durftende Nachtviole ausgesät. Den Samen von Stiefmütterchen, Bellis und Vergissmeinicht streuen wir dabei locker in Reihen, so dass nicht erst pikiert werden muss, sondern vom Saatbeet aus gleich an Ort und Stelle verpflanzt werden kann. Für feine Sämereien, wie die des Islandmohns oder der Marienglockenblume verwenden wir eine Saatschale, die übrigen Arten kommen auf ein Freilandbeet unter Folienschutz. Das inzwischen vergilbte Laub der Frühlingsblüher wird jetzt abgeschnitten. Außerdem wird zwischen den Stauden der Boden oberflächlich gelockert, das Unkraut entfernt, bei Bedarf gedüngt und bei anhaltender Trockenheit in den Vormittags- und Abendstunden gewässert.

Juli

Der Sommer hat seinen Höhepunkt erreicht. Jetzt sind die Sommerstauden an der Reihe. Im Schatten gesellen sich zu den duftig blühenden Astilben die mächtige, weiße Gestalt des Waldgeisbarts und die schlanken eleganten Silberkerzen. An trockenen, sonnigen Stellen blühen in gelb die Königskerzen und wiegen sich die langen Grannen des Mädchenhaargrases im Wind. Auf dem Prachtstaudenbeet geht der erste Auftritt des Rittersporn zu Ende, während die farbenfrohen Sommerphloxe und die Große Margerite in voller Schönheit aufleuchten. Dazu kommen tief blauer Eisenhut, bronzefarbene und kupferroten Sonnenbrautsorten und das leuchtend gelbe Sonnenauge, alle auch vorzüglich zu Schnitt geeignet. Lange blüht noch die Ritterspornsorte “Völkerfrieden”, die sich durch sehr gutes Nachblühen auszeichnet. Trollblumen, Feinstrahl und frühe Margeriten sind nach der Blüte bis kurz über den Boden zurückzuschneiden, damit sie erneut austreiben und es zu eine Nachblüte im Spätsommer oder Herbst kommt. Weiße und bunte Frühlingsmargeriten sollten alle zwei bis drei Jahre nach der Blüte geteilt und neu gepflanzt werden. Rittersporne werden sofort nach der Blüte auf zehn Zentimeter über dem Boden herunter geschnitten. Wir lockern den Boden um die Stöcke herum und geben hier nochmals eine Volldüngung (eine Hand voll pro Quadratmeter). Dadurch bekommen wir einen nochmaligen kräftigen Austrieb und erneute Blütenbildung im Spätsommer. Von dieser Ausnahme abgesehen, ist im Juli die Düngung der Prachtstrauden einzustellen; sie dürfen nicht mehr zu neuem Trieb angeregt werden. Nur Stauden, die erst spät blühen, wie Herbstastern u.ä., geben wir noch eine schwache Volldüngergabe. Jetzt werden auch das restliche vergilbte Laub der Frühjahrs- und Vorsommerblüher und die Blütenstände der abgeblühten Stauden entfernt. Grundsätzlich gilt: Keine Samenansätze dulden! Die Stäbe werden an den abgeschnittenen Stauden weggenommen und für andere wieder verwendet. Bei heißer Witterung ist durchdringend zu wässern. Je nach Bedarf wird der Boden gelockert und das Unkraut entfernt. Treten Blattläuse auf, so sind in den Abendstunden nur die befallenen Stellen zu spritzen. Offene Blüten dürfen bei dieser Behandlung nicht getroffen werden, um eine Gefährdung für die Bienen auszuschließen.

August

Im lichten Schatten blühen rosa Herbstanemonen, blauer Eisenhut und weiße Silberkerzen. In voller Sonne blüht unentwegt die hellblaue Katzenminze neben grauen Gräsern, goldgelben und roten Schafgarben, tief violettem Staudensalbei, goldgelben Kamillen und hellblauen Edeldisteln. Auf dem Prachtstaudenbeet sind es Phlox und Eisenhut, Goldrute, Sonnenauge, Sonnenbraut, Sonnenblume, Sonnenhut und Sommeraster. Jetzt ist die Zeit gekommen, um die edlen Schwertlilien zu teilen und neu aufzupflanzen. Sehr alte Pfingstrosen (15-20 Jahre) können Ende August/Anfang September geteilt werden. Nicht standfeste Herbststauden, wie hoher Sonnenhut und Sonnenblume, sind zu stäben. Wie in den vorhergehenden Monaten den Boden lockern, bei Trockenheit gießen, aber nicht mehr düngen. Verblühte Teile wegschneiden, damit die Beetstauden keinen Samen ansetzen. Ende des Monats ist der Pflanzzeitpunkt für Kaisekronen und Madonnenlilien gekommen. Die Knollen von Kaiserkronen legen wir 25-30 cm tief in den Boden. Madonnenlilien dürfen dagegen nur etwa 10 cm tief gepflanzt werden, so dass ihr Blattschopf über der Erde sichtbar bleibt. Sämlinge von Stiefmütterchen, Bellis, Vergissmeinicht, Malven, Goldlack u.ä. sind nun an Ort und Stelle zu bringen, damit sie sich bis zum Herbst zu kräftigen Pflanzen entwickeln können. Wenn der dafür vorgesehene Platz noch anderweitig belegt ist, versetzten wir sie vorerst auf ein abgeerntetes Gemüsebeet.

September

Wir sind nun schon im Herbst, aber trotzdem lässt die Blütenfülle noch nicht nach, besonders, so weit es die Prachtstaudenpflanzung betrifft. Vom Vormonat steht noch vieles in Blüte und einige neue Arten kommen hinzu. Es sind vor allem die verschiedenen Herbstastern. Angefangen von den niedrigen Kissenastern bis zu den mächtigen hohen Büschen der Rauhblattastern sind es die Gartenchrysanthemen, die in bunten Farben leuchten. Wie gesagt, es sind nur zwei Pflanzengattungen, die neu zu den anderen kommen, aber sie stehen uns in hunderten von Sorten zur Verfügung. Wir können in Farben schwelgen, können alle möglichen Kombinationen durchführen, soweit der Platz hierfür ausreicht. Im September herrschen gelbe und blau-violette Töne vor, Rot findet man selten. Wir sollten deshalb im nächsten Frühjahr daran denken, einige rote Dahlien mit in die Pflanzung hineinzunehmen. Ab Monatsmitte beginnt der Staudenversand. Bestellungen sollten jetzt umgehend aufgegeben werden, damit die Sendung nicht zu spät ankommt und dann bei ungünstiger Witterung gepflanzt werden muss. Von jetzt bis November können Tulpen und andere frühlingsblühende Zwiebeln gepflanzt werden. Als Faustregel gilt, die Zwiebeln etwa drei mal so tief in den Boden zu bringen wie sie selbst dick sind, Tulpen z.B. 15-20 cm tief. Dabei sind sie im Sandboden etwas tiefer zu legen als im Lehmboden. Wenn wir neue Staudenpflanzungen anlegen wollen, so ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen. Bei günstiger Herbstwitterung sind sie gegenüber Frühjahrspflanzungen im Vorteil. Wichtig ist eine gründliche Bodenvorbereitung, denn die Stauden bleiben viele Jahre an der gleichen Stelle. Alle verblühten Stauden können jetzt geteilt und verpflanzt werden. Außnahmen sind dabei zu berücksichtigen. So dürfen Skabiosen, Indianernessel, Fackelliien und die verschiedenen Gräser nur im Frühjahr geteilt und neu gepflanzt werden. Blütenstände schneiden wir jedes Mal nach der Blüte ab. Manche Herbstblüher können nämlich durch Selbstaussaat lästig werden. Die robusten Sämlinge bedrängen dann die edlen Sorten. Dies gilt besonders für Goldrutensorten. Das Auspflanzen der Zweijahresblumen sollte jetzt erfolgen, damit sie bis zum Frostbeginn gut einwurzeln können.

Oktober

Das Blühen wird zwar schwächer, aber es hört noch lange nicht auf. Immer noch blühen im Halbschatten blauer Eisenhut, rosa Anemonen und weiße Silberkerzen. An trockenen, warmen Plätzen zeigen sich die Gräser von ihrer schönsten Seite und auf dem Prachtstaudenbeet Staudensonnenblumen, hohe und niedrige Sonnenhüte, Herbstastern und die farbenfrohen Gartenchrysanthemen. Dazwischen heraus leuchtet das Blau der zweiten Ritterspornblüte. Jetzt heißt es, das Frühjahr vorbereiten und Blumenzwiebeln pflanzen. Wir wollen dabei aber nicht nur an Tulpen, Narzissen und die in einer Staudenpflanzung fast zu pompös wirkenden Hyazinthen denken, sondern vor allem auch an die lieblichsten unter den Frühjahrsblühern, die zwar nicht so groß sind wie die anderen, dafür aber um so zarter und feiner: Winterling, Schneeglöckchen, Wildkrokus, Blausternchen, Traubenhyazinten, Schachbrettblumen und andere. Sie lassen sich gut unter Sträuchern und lichten Gehölzen in Verbindung zu Stauden ansiedeln und vermehren sich sogar fortlaufend weiter. Die noch blühenden Stauden sind mit Folien, Tüchern oder Sackleinen gegen Nachtfröste zu schützen. Wichtig ist eine gute Befestigung. Nach stärkeren Frösten schneiden wir die Beetstauden bis zum Boden herunter. Dies gilt für Goldruten, Herbstastern, Staudensonnenblumen, Iris usw. Bei Wildstauden, die in Verbindung mit Gehölzen stehen, lassen wir dagegen die Fruchtstände stehen. Wenn sich dann Rauhreif und Schnee auf Waldgeißbart, Astilben, Wiesenraute, Mädesüß und Silberkerzen legen, “blühen” diese Stauden ein zweites Mal auf. Auch die Gräser lassen wir, wie sie sind. An einem sonnigen Tag gegen Ende des Monats wird die Staudenpflanzung zu ihrem Winterschlaf gebettet. Alles Unkraut wird entfernt und der Boden dabei mit der Grabgabel nur oberflächlich gelockert, damit keine Wurzeln und flachliegenden Blumenzwiebeln beschädigt werden. Nach dem Abschneiden der teilweise recht mächtigen Beetstauden lassen sich auch Wurzelunkräuter wie Quecken, Giersch, Ackerwinde u.ä. mit der Grabgabel verhältnismäßig gut aus dem Boden holen. Im Frühljahr sind wir bestimmt sehr froh, wenn wir nicht gleich mit diesen etwas lästigen Arbeiten beginnen müssen und für die Stauden ist es besser, wenn dies jetzt geschieht. Im Oktober ist Pflanzzeit für Lilien. Alle Arten ohne Blätter über den Zwiebeln kommen etwa 20 cm tief in den Boden (Ausnahme Madonnenlilie).

November

Im Staudengarten beginnt nun die ruhige Zeit. Frostnächte haben inzwischen das große Blühen beendet. Spätsommer- und Herbststauden ziehen jetzt endgültig ein und sind dicht über dem Boden abzuschneiden, soweit das nicht bereits im Oktober geschehen ist. Nur einige Gartenchrysanthemen sind noch in der Blüte. Wollen wir sie noch etwas um uns haben, dann müssen wir sie vor Nachtfrösten und überraschend eintretendem Schneefall schützen. Auch jetzt können die Staudenpflanzungen noch von Unkraut gesäubert werden. Mit dem Umgraben muss man sehr vorsichtig sein. Am besten wird der Boden nur leicht durchgehackt oder oberflächlich mit der Grabgabel bearbeitet. Anschließend bleibt der Boden grob liegen, damit der Frost im Winter seine “krümelnde” Wirkung tun kann. Das Wasserbecken wird entleert. Wasserpflanzen wie Seerosen u.a. können im Becken verbleiben, wenn das Wasser tief genug ist bzw. wenn wir sie kniehoch mit Laub abdecken. Auch einige andere Staudenschönheiten brauchen besonderen Winterschutz: Die Blätter der Fackellilie binden wir oben schopfartig zusammen, so dass Wasser nicht in das Herz eindringen kann. Um die Pflanze geben wir dann eine dicke Laubschicht und decken einige Fichtenzweige darüber, damit der Wind das Laub nicht davon wehen kann. Die empfindlichen, fleischigen Wurzeln sind nun ausreichend gegen Kälte geschützt. Die andere Staude, die genau so warm eingepackt werden will, ist das Pampasgras. Im Winter muss es sehr trocken und geschützt stehen, sonst fault es. Am besten umschütten wir es mit trockenem Laub und stülpen eine Kiste darüber. Auch auf die Steppenlilien geben wir eine Laubdecke, die mit Fichtenzweigen festgehalten wird. Ebenso werden wintergrüne Steingartenpflanzen mit Fichtenzweigen abgedeckt, damit ihnen der Wechsel von Wintersonne und Kälte nicht schadet. Im Gebirge haben sie Schutz durch Schnee. Alle übrigen Stauden brauchen keinen Winterschutz.

Dezember

Nun sind die Farben der letzten Herbstblüher erloschen. Doch zu Weihnachten blüht trotz Schnee und Winterkälte eine bescheidene Schönheit auf, die Christrose. Jedesmal, wenn im Winter der Schnee den Boden für ein paar Tage frei gibt, setzt sie ihre Blüte unbekümmert fort, bis in den März hinein. Auch einige voreilige Kissenprimeln zeigen bereits etwas Farbe. Ansonsten tritt nun eine Ruhepause von drei Monaten ein, die auch wir uns gönnen dürfen. Nur ein paar Handgriffe sind noch zu tun, dann kann es zu schneien beginnen. Im Spätsommer bzw. Herbst gepflanzte Stauden schützen wir mit locker aufgelegten Fichtenzweigen. Auch immergrüne Steingartenpflanzen erhalten eine solche Schutzdecke; ebenso die schon im November genannte Steppenlilie, die Japananemonen und einige Gräser, die wir mit einer handhohen Laubschicht bedecken. Das Abdecken darf erst bei Eintritt stärkerer Fröste geschehen, doch noch ehe der Boden fest gefroren ist. Und was wünschen wir und zu Weihnachten? Ein großes Buch mit vielen leeren, weißen Seiten. Wir können es als Gartentagebuch benutzen und dort unsere Erlebnisse, die Witterung, Erfahrungen mit neuen Sorten, interessantes von Gartenschauen und vieles andere mehr eintragen. Illustriert mit eigenen Fotos oder Zeichnungen wird es uns bestimmt ein sehr wertvolles Buch. Wenn wir es dann später einmal aufschlagen, werden wir immer wieder neu von den glücklichen Stunden eines Gartenjahres zehren können.

Quelle: Stangl, Martin; Stauden im Garten, BLV-Verlag, 4. Aufl. (mit freundlicher Genehmigung des BLV-Verlages)