Die Welt ist bunt - eine kleine Biografie

 

Sonja Ziegler, Gartenarchitektin
Sonja Ziegler, Gartenarchitektin in Dierdorf

Der Ausgangspunkt für meine Arbeit als Landschaftsarchitektin ist die Begeisterung für die Natur mit all ihren Formen und Farben, und vor allem mit ihren Pflanzen. Aufgewachsen auf dem Land, in einem kleinen Dorf im Westerwald, stieg ich in die Fußstapfen meiner Mutter, die auch heute noch den großen Nutzgarten bearbeitet und meiner Großmutter, die sich mit Kräutern und Heilpflanzen gut auskannte. Aber erst über einige Umwege fand ich zu meiner Profession, der Gartenarchitektur.

Die Arzneipflanzen lernte ich in meiner Ausbildung zur Apothekenhelferin leider nur in zerkleinerter Form für Tees und Aufgüsse kennen. Während meiner Ausbildung suchte ich nach Möglichkeiten, mir ein umfassenderes Pflanzenwissen anzueignen. So stieß ich auf das Studium der Landespflege. An der Uni Paderborn/Höxter kam ich endlich mit dem zusammen, was mich wirklich interessierte: Pflanzen in ihrer ganzen Vielfalt und ihrer Verwendung, die Gartengestaltung und die Gartenkunst.

Die Leidenschaft zur Gartenarchitektur führte mich in verschiedene europäische Länder und nach Kanada, wo ich praktische Erfahrungen in einer Baumschule sammelte und darüber hinaus viel Zeit und Muße hatte das Land zu bereisen und seine Weite und Vielfalt kennen zu lernen. Denn das Wissen über die Pflanzen lässt sich nicht allein durch das Lesen von Büchern erwerben, sondern in hohem Maße durch das Offenhalten der Augen, wenn man unterwegs ist. In verschiedenen Landschaftsarchitekturbüros in Lübeck, Krefeld, Neumarkt (Oberfranken) und Montabaur (Westerwald) konnte ich wertvolle Erfahrungen als Gartenarchitektin sammeln.

Seit 1995 bin ich als Freie Garten- und Landschaftsarchitektin selbständig (Büro für Gartenarchitektur). Meine Kunden sind vorwiegend Privatleute mit Gärten und Geschäftsleute, für die ich die Planung ihrer Außenanlagen durchführe. Mein Garten, mit rund 2000 qm, steht mir als großes gestalterisches Experimentierfeld zur Verfügung. Zusammen mit meinem Mann Thomas und meinen beiden Kindern Leonie und Henning habe ich in den letzten Jahren den Garten komplett umgestaltet.

Gärten sollen lebendig sein und nicht das ganze Jahr hindurch gleich aussehen. Es sollte beispielsweise einen Kontrast zwischen Immergrünem und Laubabwerfendem geben, zwischen Blattformen und Blütenformen, zwischen Blüten und Fruchtständen und zwischen verschiedenen Typen der Pflanzengemeinschaft. Die Farbe einer Pflanze besteht nicht nur aus der Farbe der Blüte, sondern in hohem Maße aus der Farbe der Blätter, oder zumindest aus dem Zusammenspiel zwischen Blüten und Blättern. In meinen alljährlich stattfindenden Seminaren zur Gartengestaltung und Pflanzenverwendung kann ich den TeilnehmerInnen hier gutes Anschauungsmaterial bieten. Garten + Kunst = GartenKunst